Peter Jaenecke > Historische Arbeiten zur Wissenschaftstheorie

Justus Liebig: Francis Bacon von Verulam und die Geschichte der Naturwissenschaften

Der Aufsatz richtet sich gegen die bis auf den heutigen Tag in der Wissenschaftstheorie zu findende Glorifizierung von BACON. LIEBIG weist gravierende Denkfehler in den Erklärungen und Schlussfolgerungen von BACON nach und zeigt, dass dessen induktive Methode keinerlei wissenschaftlichen Wert besitzt. Außerdem wendet sich LIEBIG gegen die weitverbreitete Ansicht, BACON habe irgendeinen Einfluss auf die Naturforschung ausgeübt. Hierfür fehlen, offenbar bis auf den heutigen Tag, die Belege.

Justus Liebig: Ein Philosoph und ein Naturforscher über Francis Bacon von Verulam

LIEBIG setzt sich mit den Einwänden des Philosophen SIEGWART auseinander, die dieser gegen seinen Aufsatz "Francis Bacon von Verulam und die Geschichte der Naturwissenschaften" vorbringt. Dabei bekräftigt er noch einmal seine ablehnende Haltung gegen BACON.

Justus Liebig: Noch ein Wort über Francis Bacon von Verulam

LIEBIG zeigt durch weitere Beispiele aus der Naturforschung des 16. Jahrhunderts, dass die Behauptung, BACON habe einen Einfluss auf die Wissenschaftsentwicklung gehabt, unhaltbar ist.

Justus Liebig: Induction und Deduction

Bei einer deduktiven Vorgehensweise werden aus bestimmten, als bekannt vorausgesetzten Prämissen logische Schlussfolgerungen gezogen. Die Entdeckung solcher Prämissen erfolgt nach LIEBIG durch Induktion. Sie hat nichts mit einem Schluss im logischen Sinn zu tun, vielmehr handelt es sich um einen eigentümlichen geistigen Prozess, in dem Einbildungskraft und Experimentierkunst die Hauptrolle spielen: Durch geschickte Gedankenkombinationen werden aus empirischen Fakten neue Zusammenhänge gefolgert. LIEBIG erläutert diese Vorgänge anhand von Entdeckungen aus Physik und Chemie.

Max Verworn: Kausale und konditionale Weltanschauung

VERWORN verwirft die monokausale Denkweise als unrealistisch: Da es keine isolierten Dinge in der Welt gibt, hängt kein Vorgang nur von einem einzigen Faktor ab. Alle für das Zustandekommen eines Vorgangs notwendigen Faktoren sind gleichberechtigt und müssen als Ganzheit betrachtet werden. Mit seinem multikausalen, dem naturwissenschaftlichen Verständnis nahekommenden Ansatz formuliert VERWORN erste Gedanken zu einer Systemtheorie.